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Erwartungen an AG & Projekt bezüglich Weiterentwicklung als Programmierer zu hoch ?

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  • Erwartungen an AG & Projekt bezüglich Weiterentwicklung als Programmierer zu hoch ?

    Hallo Entwickler-Community,

    Folgende Situation:
    Ich bin Fachinformatiker/Anwendungsentwicklung und habe theoretisch 3,5 Jahre Berufserfahrung.
    Theoretisch, weil ich gefühlt seit meiner Ausbildung nicht wirklich viel Knowhow über die Programmiersprache (C#) und das .Net Framework gelernt.
    Bei meinem ersten Arbeitgeber, habe ich nach meiner Ausbildung 1 Jahr gearbeitet und habe gekündigt, weil ich dort nur Datensätze in Datenbanken hin und her geschoben habe statt zu programmieren und Fortbildungen für die Mitarbeiter waren dem AG ein Fremdwort.

    Bin jetzt bei einem Mittelständler der mit einem ganz Großen an einem riesigen Projekt (alleine in Deutschland fast 2000 Entwickler) zusammen arbeitet.
    Es hat durch aus Vorteile: Die Verantwortung ist auf viele Schultern verteilt, die Arbeitsatmosphäre recht locker etc.

    Aber auch hier habe ich etwa 80% meiner Arbeitszeit mit Bugfixing zu tun, und weil das Projekt so enorm groß und verzahnt ist,
    habe ich in den 2,5 Jahren etwa 98% meines Knowhow-Aufbaus für das Wissen über das Produkt und den Legacy-Code und maximal 2% tatsächliches Programmier-Wissen/Architektur etc. gesteckt.

    Zusammengefasst, ich habe gelernt was CleanCode ist, wie Dependency Injection in der Praxis funktioniert und gaaaaanz grob wie UnitTests aussehen.
    Jetzt kam ich schon von meinem letzten AG mit wenig KnowHow mit viel Hoffnung.
    Und ja, der AG bezahlt eine externe Schulung pro Jahr, und bietet ein paar kleinere Interne Schulungen an, aber das sind alles Tropfen auf den heißen Stein.
    Ich verbringe so viel Zeit hier eine XML auszubessern, da eine Methode anzupassen, daß ich ON THE JOB diese gelernte Dinge nie anwenden kann und das Wissen ist in einem halben Jahr wieder futsch ist.

    Nun bin schon ein älteres Semester(40+), bin quasi Quereinsteiger in dem Beruf, habe Familie (kann also nicht nach hause kommen und 20 Stunden/Woche privat was programmieren um mein Know How auf dem Stand zu halten) und kann es mir daher nicht leisten mal 5 Jahre zu gucken ob es vielleicht besser wird, weil das für mich Leerlauf ist.
    Wenn ich jetzt den AG wechseln wollte, müsste ich sagen: "Stellen sie sich ich hätte keine Berufserfahrung - außer daß ich weiß wie schlechter Code aussieht"

    Jetzt meine Frage, was würdet Ihr in meiner Situation tun ?
    Mit dem AG reden und evtl.ein anderes Arbeitsmodell ausarbeiten?
    Oder nach einem anderen, kleineren Projekt fragen oder gleich nach einem anderen Job suchen, zumal der Markt momentan ganz gut Jobs bietet ?

    Erwarte ich etwa zu viel, wenn ich sage ich möchte, daß zumindest 30% meines Knowhow-Aufbaus im Beruf Programmiersprachen/Framework-Knowhow ist ?
    Oder muss ich damit Leben und schauen, daß ich mich privat selber fortbilde, weil das in der Branche so üblich ist ?

    Würde mich über Eure Erfahrungen und Tipps freuen.

    Viele Grüße,
    Signum

  • #2
    Du wirst ganz selten die Gelegenheit haben, von vorne an bei einem neuen Projekt dabei zu sein, und somit nietnagelneuen Code zu entwickeln.
    Es wird ja nicht alle 5 Minuten ein neues Projekt erstellt.
    Die übliche Vorgehensweise ist wohl, dass man einem Projekt zugordnet wird und sich da einarbeiten muss (Doku lesen, DB-Schema nachvollziehen). Bugfixes sind da keine schlechte Methode.
    Allerdings sollte es auch an einem bestehenden Projekt - zumal in der Größe - auch Änderungen oder Verbesserungen geben. Hier wäre die Möglichkeit, dann dort mitzuwirken.
    Insofern wäre es besser hierzu mal anzufragen.
    Des Weiteren kann es durchaus sein, dass es Teams gibt die wirklich nur für das Deployment, Unittests, DB-Design, Oberfläche, Server,Client usw. zuständig sind. Kommt darauf an, nach welchem Modell die Programmentwicklung erfolgt.
    Warum allerdings Wissen verlorengeht, erschließt sich nicht. Wenn man was lange nicht gemacht hat, ist es vielleicht nicht mehr alles parat, aber bisschen surfen oder probieren und es sollte wieder gehen.

    http://debeste.de/54411/Wenn-du-mit-...em-Studium-das
    Christian

    Comment


    • #3
      Je größer ein Unternehmen und oder das Projekt, desto spezialisierter werden die Aufgaben sein.
      Beim letzten AG wäre das Fluch und Chance zugleich, wie Christian angedeutet hat. Frag nach, ob Du "in einen anderen Bereich" kommen kannst.
      Umgekehrt bietet vermutlich ein kleiner AG eine breitere Tätigkeit. Du hast ja nun dazu Erfahrung gesammelt und könntest damit Initiativbewerbungen machen, in denen Du das Thema konkret ansprichst.
      Du musst aber lange davon ausgehen, dass Du mit einem Haufen Bibliotheken und Frameworks arbeiten wirst. Spannend wird es, wenn neue Interfaces her müssen, neue Technologien anzubinden sind. Vielleicht geht es mal um eine Leistungssteigerung in der Anwendung, die mittels neuer Algorithmen, Multithreading etc. anders anzugehen sind. Oder es die Anwendung muss generischer werden, mehr Konfiguration, weniger Handarbeit beim Kodieren..
      Nach solchen "Problemen" kannst Du Dich auch beim aktuellen AG umsehen.
      Konkret: Wenn ich bei Dir "XML Methode ausbessern" lese, dann klingt es tatsächlich nach Handarbeit. XML liefert aber eigene Mechanismen zur Validierung. Man würde also- entsprechende Libs vorausgesetzt- nicht XML Methoden anpacken, wo vielleicht Attributnamen korrigiert werden oder Klammern in einem Sonderfall falsch geschlossen werden, sondern XML Validierung und Transformation angehen, mit generischem Code und XML Schema Validierung.
      Das ist nur ein Beispeil/Schuss ins Blaue, vielleicht macht ihr das genau so, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass es nirgendwo in einem solch großen Projekt vergleichbare Baustellen gibt.
      Gruß, defo

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      • #4
        Ich arbeite auch schon lange in der Softwareentwicklung und das was Du beschreibst klingt eigentlich nach Entwickleralltag. Es ist auch nicht immer die Aufgabe der Firma Dich weiterzubilden. Wenn Du was anderes machen willst, dann schau dass Du Dir selbst Wissen aneignest und versuche das dann irgendwo einzubringen. Das sollte natürlich auch etwas sein was man bei Dir in der Firma brauchen kann. Oder triff Dich mit den Leuten die das System entworfen haben und frage sie warum sie wann wo welche Entscheidung getroffen haben. Du könntest Dich auch mit anderen Problemen in der Softwareentwicklung beschäftigen, z.B. dem Betreiben von Servern oder wie Datenbanken funktionieren.

        Für die Firma tust Du was Du für sie tun kannst. Ich glaube nicht dass Du von der Firma erwarten solltest, dass sie viel Zeit und Geld in speziell Dich investieren um Dich auf das nächste Job Level zu heben. Das ist in der IT nicht üblich, da musst Du Dich leider selbst drum kümmern.

        Falls Du Dich bereits dazu in der Lage fühlst einen Job auf einem anderen Level auszuüben, bleibt Dir meistens nur der Wechsel in eine andere Firma, falls das in Deiner Firma, warum auch immer, nicht möglich ist.

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        • #5
          Originally posted by fanderlf View Post
          Ich arbeite auch schon lange in der Softwareentwicklung und das was Du beschreibst klingt eigentlich nach Entwickleralltag. Es ist auch nicht immer die Aufgabe der Firma Dich weiterzubilden...
          Das ist wahrscheinlich eine realistische Einschätzung, aber pauschal würde ich das nicht so sehen.
          1. Grundsätzlich muss man ja nicht freiwillig einen fragwürdigen Status Quo in einer Branche durch das eigene Verhalten zementieren.
          2. Eine IT Firma, die einen lernwilligen Mitarbeiter pauschal abweist, der aktiv nach mehr fragt, hat m.E. schon ein fragwürdiges Verhältnis zu Mitarbeitern und einer eigenen Entwicklungsperspektive
          3. Fortbildung bzw. eine Pflicht zur Mitarbeiterschulung oder auch nur den Wunsch dazu kann man ja ganz unterschiedlich ausgestalten. Bspw. durch einen fragwürdigen Standardkurs, wie man sie maßig um die Ohren gehauen bekommt oder durch Training on the job. Es gibt dazu einige Konzepte, Pairprogramming nur mal als Beispiel.

          Das kann man natürlich alles hin und her rechnen, Kurskosten, (sinkender) Produktivitätslevel bei Pairprogramming usw., Beschaffungskosten von Freelancern nach Bedarf, aber ob solche Rechnungen realistisch sind, kann man wohl anzweifeln.

          Im Prinzip finden sich alle diese Fragen schon im dualen Ausbildungsmodell (früher Lehre). Wenn eine Firma nicht ausbildet, weil sie Kosten scheut oder aus mangelnder Einsicht, hat sie die Kosten an anderer Stelle. Aufträge können nicht angenommen werden mangels Personal, teure externe Fachkräfte müssen kurzfristig finanziert werden usw.

          Naja, da hat aber nicht so direkt mit der ursprünglichen Frage zu tun.
          Gruß, defo

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