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  1. #1
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    Standard Meinung zum Thema Low Code?!

    Bin eigentlich jemand der selten/fast nie etwas in einem Forum postet, aber dachte ich melde mich hier mal an.
    Daher von mir schon mal ein herzliches Hallo an alle

    Zum Thema:
    Ich arbeite nun schon seit einer Weile (etwa 6 Jahre ) als Software Entwickler und wie die meisten von euch wissen gibt es dort Höhen und Tiefen ^_^.
    Hatten bei uns die Tage ein paar potenzielle Kunden im Haus, denen wir unsere Arbeitsweise und Projektabläufe im groben erklärt haben etc.
    Traurigerweise haben die sich wohl gerade gegen uns entschieden und sich für einen Konkurrenten entschieden, welcher wohl mehr als doppelt so schnell ist wie wir, weil die
    eine Low Code Technologie nutzen ,der wir wohl nicht gewachsen sein sollen...(Zitat vom Kunden,laut meinem Chef). Da es sich wohl um ein großes Projekt handelte, wohl im sechs stelligen Bereich,
    ist die Stimmung etwas gedrückt, hatte bis vor dem heutigen Tag noch nie etwas von dem Begriff gehört und erst eine Google-Suche hat mir da Aufschluss gegeben.

    Jetzt mal meine Frage an euch: Kennt ihr euch damit aus oder nutzt jemand privat/beruflich irgendeine Low Code IDE? Mich würde interessieren ob das wirklich das klassische
    Handcodieren ersetzen kann. Wofür habe ich jahrelang studiert wenn sich jemand angeblich so tolle Anwendungen zusammenbauen kann ohne groß programmieren zu können? Wo für bräuchte man mich
    noch x (
    Viele Grüße

  2. #2
    Stammgast
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    Low Code sehe ich einfach als die neuere Variante von Systemen die mal RAD(Rapid Application Development) hießen oder 4GL(Fourth generation language) oder was auch immer noch dazwischen lag. Die haben in bestimmten Bereichen immer ihre Berechtigung gehabt und funktionieren auch wenn man denn genau weiß was man will. Beim 'was man will' sind dann leider all zu oft nur die initialen Kosten relevant weil das ermitteln langfristigerer Entwicklungen/Planungen selbst ein Kostenfaktor ist. Mann unternimmt nicht mal denn versuch die Kosten über die Lebenszeit abzuschätzen um rauszufinden ob das wirklich sinnvoll ist. Denn eins haben alle diese Tools (zumindest die mir bekannten gemein) sie funktionieren nur gut isoliert auf der grünen Wiese. Will man mit diesen Tools auch langfristig stabile Systeme mit niedrigen Kosten erzeugen muss man das richtig in der Planung berücksichtigen. Muss man sich z.B. in eine vorhandene (verändernde) IT Landschaft einbinden wird es schnell problematisch da diesen anderen Systemen natürlich der ausgetretene Pfad solcher Tools egal sind oder im schlimmsten Fall ihren eigenen ausgetretenen Pfade folgen aus denen schwer rauszukommen ist. Für den Auftragnehmer ist das natürlich die Folgeauftraggoldgrube.


    Letztlich geht es wie immer um den Sweetspot zwischen Preis und Qualität. Konnten ihr dem Kunden vermitteln das die Mehrkosten auch einem Mehr-Qualität entsprechen? War die versprochenen Qualität dem Produkt/Auftrag angemessen? Oder ist es jetzt vielleicht so das Software oft nicht gut sein muss sondern einfach nur gut genug um das Problem zu lösen. Und die Low Code Lösung würde uns als Softwareentwicklern vielleicht Qualitativ nicht gerecht sie reicht aber eben für das gestellte Problem absolut aus und mehr würde eben einfach keinen Mehrwert erzeugen?

  3. #3
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    Also mit den Kunden habe ich persönlich nicht geredet, das ist nicht mein Aufgabenbereich. Ging wohl um eine Sachdatenbank, in der irgendwelche Brauereien gelagert werden sollten in Verknüpfung mit einem GIS System. Kenne die Details leider nicht genau. Zwei Vertreter liefen hier nur durch unsere Büros zusammen mit unserem Vertriebsleiter. Also schwierig für mich jetzt zu sagen wie die Qualität hätte aussehen müssen. Aber beim letzten Telefongespräch mit dem potenziellen Kunden klangen wir eigentlich schon wie der sichere Sieger der Ausschreibung. Würde jetzt anhand deines Kommentares daraus schließen das Projektzeit und Kosten den entscheidenen Ausschlag gegeben haben, aber kann ich nur spekulieren :/

  4. #4
    Stammgast
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    Hallo,

    ob das wirklich das klassische Handcodieren ersetzen kann
    Für bestimmte Aufgaben, welche sich z.T. standardisieren bzw. durch "Blöcke" abbilden lassen, kann das ein Ersatz sein, der auch schnell ein Ergebnis liefern vermag. Der Ansatz ist an sich ja nicht neu -- sieh Ralfs Antwort.
    Solche Standardaufgaben immer wieder neu zu programmieren sehe ich auch nicht als unsere Aufgabe und langweilig ist das ja auch. Da passt es dass es Tools dafür gibt.

    Sobald jedoch die Anforderungen spezieller werden und nicht mehr durch diese vorgefertigten Blöcke abbildbar sind, wird kaum ein Weg um individual programmierte SW herumführen.
    Insofern sehe ich uns nicht als umsonst bzw. so einfach ersetzbar.

    Bzgl. doppelt so schnell bin ich dann gespannt ob dies gehalten werden kann, wenn es in die (Akzeptanz-) Testphase kommt. Sollten hier Sonderwünsche auftauchen, so ist die Gefahr groß dass das Low Code-Vorgehen an ihre Grenzen stößt und der Weg übers klassische Codieren vllt. der klügere gewesen wäre.

    Dass ihr den Auftrag nicht bekommen habt, mag vllt. auch daran liegen dass ihr eure Vorgehensweise zu wenig verkauft / präsentiert habt. Seht es also als Chance, es beim nächsten mal besser zu machen und vertraut weiter auf eure Stärken. Wenn der Chef jetzt kommt und meint ihr solltet auch Low Code anwenden, so denkt gut darüber nach ;-)

    mfG Gü
    "Any fool can write code that a computer can understand. Good programmers write code that humans can understand". - Martin Fowler

  5. #5
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    Ja, bin ja nicht im Vertrieb kann wenig dafür :P

  6. #6
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    Ja das findet das Management immer toll. Man kann alles in 2 Minuten zusammen klicken ohne dass man dafür programmieren können muss. So wird so etwas in der Regel immer verkauft. Das geht für ganz einfache Dinge die genau auf die Blöcke passen die vorgefertigt dabei sind, falls es komplexer wird kommt hinterher dann nur noch Mist raus. Ihr könnt ja in 2 Jahren bei dem Kunden nochmal nachfragen, ob sie denn immer noch so glücklich sind mit ihrer Entscheidung

  7. #7
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    Vor Jahren hatte ich mal mit einer "Low Code"-IDE zu tun (ok, hieß damals noch nicht so) und konnte sicherlich um Welten weniger als jetzigen LowCode-IDEs.
    War glaube ich eines der damaligen Authorentools von Macromedia.

    Dort stieß man auch sehr schnell an die schon angesprochenen Grenzen und musst da mit C-DLLs nachhelfen.
    Hätte man damals auf Delphi gesetzt, hätte man diese Workarounds nicht benötigt und wäre im Endeffekt schneller zum Ziel gekommen und hätte die komplette Lösung aus einer Hand.

    Bei den aktuellen Low Code-Ansatz ist es sicherlich auch noch schwierige die IDE/Framework zu finden das auch noch in 2-3 Jahren existiert.
    So viele wie es aktuell gibt wird wohl nach dem ersten Hype einige sehr schnell wieder verschwinden.

  8. #8
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    Ja würde gern mal irgendwo her eine Testversion von solchen Low-Code Herstellern kriegen. Bin da auf einige gestoßen. Die Firma Scopeland aus Berlin sagt das sie eine Technologie schon seit über 25 Jahren erfolgreich benutzt , Appian und Consol. Glaube das sind so die großen 3. Kann ja mal ein Feedback geben wenn ich da irgendwie mal rankomme .

  9. #9
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    Ich kannte den Begriff auch nicht. Aber er spiegelt offenbar die ewige Suche nach der einfachen (und schnellen und billigen) Lösung.
    Alter Wein in neuen Schläuchen vielleicht?

    Einerseits:

    Ich würde meinen Vorrednern zustimmen. Die Startgeschwindigkeit mag hoch sein, aber zu welchem Preis? Flexibel ist man idR nicht und ggF. auf Dauer in diesen Systemen gefangen oder abhängig von teuren Erweiterungen, wenn mal eine neuartige Technik angebunden werden muss.

    Es gibt sicher Fälle, wo man aufgrund der Masse an Formualren o.ä. relativ schematisch aufgebaute Anwendungen abliefert/anbietet/bezahlt bekommt. Das kann mit den klassischen Tools sehr gut mit Frameworks, Generik, .. erledigen, also sozusagen auch "low code"
    Man kann aber dann im Zweifel an beliebigen Ecken die "Schleusen öffnen" und den vollen Spielraum der üblichen Programmiersprachen ausnutzen oder auf einen riesigen Markt von 3rd Party Code zurückgreifen, wenn es schnell gehen muss.

    Ich würde es mir jedenfalls gönnen (oder den Vertrieb antriggern), in 6 Monaten mal beim Kunden anzurufen und zu fragen, wie "low" es denn so läuft.
    Das klingt vlt schon nach etwas Schadenfreude, aber wer weiß, vielleicht ist ja alles im grünen Bereich.

    Für zukünftige Aquise und erfolgreiche Entwicklungstätigkeit sollte man seine Lehren daraus ziehen.
    Für mich sieht es vereinfacht so aus:
    Wer High Code kann, kann auch Low und bietet damit für alle Fälle alles aus einer Hand. Man muss vielleicht etwas an seinen Bibliotheken feilen und sich etwas darauf einstellen.
    Wenn man das beides drauf hat, kann man es auch im Vertrieb entsprechend herausstellen.

    Andererseits:
    Ich kann den Stand dieser Technik nicht wirklich beurteilen, habe sowas schon lange nicht mehr gesehen, geschweige genutzt.
    Was mir jedenfalls dazu noch durch den Kopf geht: Es ist vielleicht genau das Plattform -/ Framework - System selbst, was eine "schnelle Entwicklung" erzwingt. Endlosen und wirren Änderungswünschen der Kunden kann man relativ einfach entgegentreten, wenn die gewählte low code Lösung eine Realisierung einfach nicht erlaubt.

    (Zumindest habe ich manchmal den Eindruck, dass große Softwareprojekte vielleicht eher an den unendlichen Möglichkeiten scheitern, als an den Grenzen eines Systems.)

    Und überhaupt:
    Eine verlorene Vertriebsschlacht muss gar nichts heißen. Es gibt Unternehmen, die einfach nur mal anfragen, weil sie noch ein 2. Angebot brauchen, um beim Wunschsieger noch den Preis zu drücken oder warum auch immer... (nicht weil sie es wirklich haben wollen)
    Gruß, defo

  10. #10
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    privat/beruflich irgendeine Low Code IDE?
    Die browserbasierte IDE von WordPress (wenn man "low code" als "wenig Code" übersetzt)
    Mich würde interessieren ob das wirklich das klassische
    Handcodieren ersetzen kann.
    Wie im Thread bereits beschrieben: kommt drauf an.... Für Standardwebseiten ist das völlig ausreichend. Bei höheren Ansprüche darf man sich mit Themes, (freien) Plugins, Programmierung von Extensions, PHP i.V. mit MySQL, CSS3, Editoren wie z.B. Gutenberg,... näher befassen
    ohne groß programmieren zu können?
    Das ist analog zur englischen Sprache, die ja auch "jeder kann": http://www.faz.net/aktuell/beruf-cha...ue#pageIndex_0

 

 

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